Pferdeversicherung im Vergleich

Schutz vor Haftungsrisiken: Günstige Pferdehaftpflichtversicherung für Pferdehalter.

Pferdeversicherung

Aus gesetzlicher Sicht müssen Pferdebesitzer nicht zwingend eine Pferdehaftpflichtversicherung abschließen. Allerdings haftet jeder Tierhalter mit seinem gesamten Vermögen, falls das Pferd einen Personenschaden, Sachschaden oder Vermögensschaden gegenüber einem Dritten verursacht. Der Besitzer haftet laut Gesetz auch dann, wenn der Schaden ohne sein Beisein und ohne sein Verschulden geschehen ist.

Bei dem Umgang mit einem Pferd kann es sowohl zu Schäden an dem Reiter als auch an Gegenständen, anderen Tieren oder Personen kommen. Über die Haftpflichtversicherung ist der Pferdebesitzer für diese Fälle abgesichert, so dass er nicht mit seinem privaten Vermögen für die Schäden aufkommen muss.

Schutz über die Pferdeversicherung

Die Pferdehaftpflichtversicherung schützt unter anderem Pferdehalter vor Schäden, die durch die versicherten Pferde gegenüber dritten Personen verursacht werden. Dabei können sowohl berittene als auch unberittene Pferde versichert werden:

  • Pferde
  • Kleinpferde
  • Ponys
  • Maultiere
  • Esel

Die Pferdehaftpflichtversicherung sichert dabei Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden ab.

Leistungen der Pferdehaftpflichtversicherung

  • Gesetzliche Haftpflicht des Halters
  • Gesetzliche Haftpflicht des Tierhüters
  • Flurschäden
  • Teilnahme an Reitturnieren
  • Haftpflichtansprüche fremder Reiter, sogenannte Fremdreiterrisiko
  • Schäden durch Kutschfahrten (nur private Zwecke)
  • Versicherungsschutz im Ausland

Was ist nicht versichert?

  • Schäden durch den Transport des Pferdes im öffentlichen Straßenverkehr
  • Pferderennen und die Vorbereitung hierfür
  • Reit- und Zugtiere für gewerbliche und landwirtschaftliche Zwecke

Beispiele für Haftpflichtschäden

  • Ein Pferd tritt aus und beschädigt ein parkendes Auto. Die Kosten für Reparaturmaßnahmen müssen von dem Halter erstattet werden.
  • Das Pferd durchbricht die Hofabsperrung und verletzt in der Nähe spielende Kinder. Arzt- und Behandlungskosten werden von der Pferdehaftpflichtversicherung gedeckt.
  • Die gemietete Weide wird durch Flurschäden zerstört.

Einschluss der Fremdreiterversicherung prüfen

Die Fremdreiterversicherung als Bestandteil der Pferdeversicherung kann besonders wichtig sein. Die Tierhalter müssen auch dann für einen Schaden aufkommen, wenn sie selbst an dem Schadensereignis nicht direkt beteiligt sind. Daher sollte jeder Pferdebesitzer im Rahmen seiner Pferdehaftpflichtversicherung eine Fremdreiterversicherung eingeschlossen haben, sobald er sein Pferd von einer anderen Person reiten oder pflegen lässt. Der Fremdreiter kann sich gegebenenfalls noch selber durch eine private Unfallversicherung vor den gesundheitlichen Folgen eines Reitunfalls schützen.

Häufig kommt es dabei zu falschen Vorstellungen, was der Schutz genau bietet. Eine Fremdreiterversicherung ist nämlich keine Absicherung für den fremden Reiter, der zum Beispiel bei einem Reitunfall selber Verletzungen erleidet. Auch wenn eine dritte Person ein Pferd ausführt, striegelt, trainiert oder in die Pferdebox zurückführt und sich dabei selbst verletzt, ist nicht die Fremdreiterversicherung zuständig.

Die Fremdreiterversicherung zahlt, wenn andere berechtigte Personen bei Gebrauch des Pferdes einen Schaden an einem Dritten verursachen. Es handelt sich dabei also um eine klassische Haftpflichtversicherung. Der Reiter darf dabei aber nicht der Pferdehalter selbst sein. Für den Pferdehalter haftet nämlich generell der normale Schutz der Pferdehaftpflichtversicherung.

Sofern Sie sich finanziell vor Schäden an fremden Reitern schützen wollen, sollten Sie den Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung prüfen. Mögliche Unfälle oder Verletzungen, die dem Reiter zustoßen, sind dann betrieblich abgesichert. Alternativ kann auch ein vertraglicher Haftungsausschluss mit dem Fremdreiter in Erwägung gezogen werden.

Welche Schäden deckt eine Fremdreiterversicherung ab?

Wenn ein Dritter das Pferd reitet, kann es beispielsweise zu Personen- und Vermögensschäden kommen, weil das Pferd durchgeht und einen Spaziergänger trifft. Vor allem Unfälle mit Personenschaden ziehen häufig hohe Schmerzensgelder oder lebenslange Rentenzahlungen nach sich. In diesen Fällen leistet die Fremdreiterversicherung, sofern sie ein integrierter Bestandteil der Pferdehaftpflichtversicherung ist.

Aber auch Sachschäden kommen vor. Während ein Gastreiter einen Ausritt unternimmt, kann durch den Tritt des Pferdes ein Auto beschädigt werden. Der Fremdreiterschutz zahlt dann die Reparaturkosten für das Fahrzeug.

In den Versicherungsbedingungen ist auch aufgeführt, ob Schäden an gemieteten Wohnräumen oder Pferdeanhängern mitversichert sind. Die Versicherungsleistung erfolgt dann maximal bis zur vereinbarten Deckungssumme, die daher nicht zu niedrig veranschlagt werden sollte.

Darüber hinaus können Sie die Leistungen auch bei Auslandsaufenthalten beanspruchen. Je nach Versicherungsbedingungen ist die Fremdreiterversicherung auch im europäischen Ausland gültig, sofern es sich nur um einen vorübergehenden Aufenthalt handelt und das Pferd danach wieder ins Inland zurückkehren soll.

Unterscheidung von Fremdreiter und Reitbeteiligung

Einige Pferdeversicherungen unterscheiden außerdem zwischen einem gelegentlichen Fremdreiter und einer regelmäßigen Reitbeteiligung. Fremdreiter oder Gastreiter kümmern sich nur gelegentlich um das Pferd. Es kann sich zum Beispiel um einen Bekannten des Pferdebesitzers handeln, der das Tier während des Urlaubs des Halters bewegt und pflegt. Auch der Besuch eines Arbeitskollegen am Stall, verbunden mit einem spontanen Ausritt, zählt für die Pferdeversicherung zu einem Fremdreiterrisiko.

Eine Reitbeteiligung hingegen besteht immer dann, wenn sich ein anderer Reiter regelmäßig und zu festgelegten Zeiten um das Tier kümmert, es putzt und ausreitet. Bei einigen Versicherungsverträgen für eine Pferdehaftpflichtversicherung muss der Name der Reitbeteiligung angegeben werden, damit ein entsprechender Versicherungsschutz besteht.

Falls die Fremdreiterversicherung nicht automatisch Bestandteil der Pferdehaftpflichtversicherung des Pferdebesitzers ist, erhöhen sich die Kosten für den Versicherungsvertrag geringfügig, sobald der Pferdebesitzer das Fremdreiterrisiko mit einschließen möchte. Dabei darf die Reitbeteiligung nicht gewerbsmäßig ausgeführt werden. Fohlen sind bei einigen Versicherungsgesellschaften sogar im ersten Lebensjahr kostenlos mitversichert.

Was ist bei Reitbeteiligungen zu beachten?

Eine Reitbeteiligung oder Haltergemeinschaft an einem Pferd besteht immer dann, wenn andere Personen als der Pferdebesitzer ein Nutzungsrecht an dem Tier haben. Der Umfang der Nutzung, die Rechte und Pflichten der Beteiligten und der finanzielle Beitrag, den der Reiter an den Pferdehalter zu zahlen hat, werden in einem Reitbeteiligungsvertrag schriftlich festgehalten.

Leistungen sind nicht automatisch mitversichert

Einige Versicherungsgesellschaften stellen eine Reitbeteiligung einem Pferdehalter gleich und sehen die Beteiligung wie eine Miteigentümerschaft. Daher verlangen sie, dass Reitbeteiligungen eigene Pferdehaftpflichtversicherungen abschließen.

Bei anderen Verträgen ist die Reitbeteiligung eingeschlossen, so dass zum Beispiel der Transport des Reiters in ein Krankenhaus nach einem Reitunfall und die anschließende ärztliche Behandlung bezahlt werden, wenn die verletzte Person Haftpflichtansprüche gegen den Pferdebesitzer hat.

Durch das Pferd verursachte Schäden, die bei einem Ausritt durch die Reitbeteiligung entstehen, sind über eine Pferdehaftpflichtversicherung mit Einschluss der Reitbeteiligung abgesichert. Dazu darf die Reitbeteiligung aber nicht Mithalter des Pferdes sein, sondern es muss sich tatsächlich um einen Reiter handeln, der sich lediglich regelmäßig um das Tier kümmert.

Wird eine Reitbeteiligung gewerbsmäßig ausgeübt, zahlt die Pferdeversicherung des Besitzers ebenfalls nicht. Gewerbliche Reitbeteiligungen müssen eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen, die mit speziellen Beiträgen für Gewerbetreibende angeboten wird.

Ist ein ungewollter Deckakt mitversichert?

Eine Pferdeversicherung leistet für die Folgen eines Schadens, den das versicherte Pferd durch einen ungewollten Deckakt verursacht hat. Die meisten Pferdehaftpflichtversicherungen schließen das Risiko eines ungewollten Deckaktes mit ein. Der Pferdehalter muss dann keinen zusätzlichen Beitrag für den Schutz bezahlen.

Was ist ein ungewollter Deckakt?

Zu einem ungewollten Deckakt kommt es zum Beispiel, wenn ein Hengst aus seiner Pferdebox ausbricht oder einen Zaun überspringt, um zu einer Stute zu gelangen, die er anschließend deckt. Der Deckakt muss ohne das Wissen und die Absicht der beiden Pferdebesitzer geschehen. Auch bei einer Pferdeversicherung für ein Pony ist in der Regel der ungewollte Deckakt mitversichert.

Rechtliche Schadensersatzpflicht

Bei einem ungewollten Deckakt handelt sich um einen Schaden gemäß Paragraf 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Der Hengstbesitzer unterliegt damit der sogenannten Gefährdungshaftung. Das bedeutet, dass der Tierhalter wegen des ungewollten Deckaktes grundsätzlich schadensersatzpflichtig ist. Nach einem Gerichtsurteil des Amtsgerichts Walsrode erhält der Halter der Stute jedoch nur bestimmte Kosten von der Versicherung ersetzt.

Der schuldige Tierhalter muss die Kosten für den Tierarzt, die notwendigen Untersuchungen, die Medikamente und eventuell für eine Abtreibung übernehmen. Handelt es sich bei der gedeckten Stute um ein Reitpferd, stellt der Nutzungsausfall keinen ersatzfähigen Schaden dar. Schadensersatz wird nur dann gezahlt, wenn es ein Rennpferd oder ein gewerblich genutztes Pferd betrifft und damit Einnahmen verloren gehen. Bringt die Stute das Fohlen zur Welt, wird der Wert des Jungtieres auf die Schadenersatzansprüche angerechnet.

Sind geborene Jungtiere mitversichert?

Bei den meisten Pferdehaftpflichtversicherungen sind die Fohlen im ersten Jahr nach ihrer Geburt im Rahmen verursachter Schäden kostenlos mitversichert. Der Einschluss des ungewollten Deckaktes bei Jungtieren bis zum Endes ersten Lebensjahres ist nicht unbedingt erforderlich, da in der Regel die Geschlechtsreife erst mit etwa zwölf Monaten beginnt.

Mietsachschäden in der Pferdeversicherung

Jeder Pferdebesitzer weiß, welche Schäden ein Pferd anrichten kann, wenn es durch ein unvorhergesehenes Ereignis außer Kontrolle gerät. Einige Verträge zur Pferdehaftpflichtversicherung beinhalten daher auch eine Versicherung gegen Mietsachschäden. Teilweise müssen Sie diesen Schutz bei manchen Pferdeversicherungen separat abschließen. Falls der Pferdehalter nicht über eine Versicherung gegen Mietsachschäden verfügt, haftet er im Schadensfall mit seinem gesamten derzeitigen und zukünftigen privaten Vermögen gegenüber den geschädigten Vermieter.

Definition von Mietsachschäden

Mietsachschäden sind Beschädigungen, die das Pferd in oder an gemieteten, geliehenen oder gepachteten Gegenständen, Fahrzeugen oder Räumlichkeiten anrichtet. Dazu zählen zum Beispiel Stallungen inklusive Offenstall, Reithallen, Pferdeboxen und Transportanhänger für Pferde. Auch geliehene Reitutensilien, wie beispielsweise Sattel, Gerte, Reitstiefel oder Helm, sind in einigen Pferdehaftpflichtversicherungen mitversichert.

Jeder Schaden, den das versicherte Pferd verursacht, durch Treten, Beißen, Ziehen, Knabbern, Umstoßen oder anderen Aktionen, wird von der Versicherung gedeckt. Dabei darf der Pferdebesitzer während des Schadensereignisses nicht persönlich anwesend gewesen sein.

Beispiele für Mietsachschäden

Pferde sind Fluchttiere. Daher kann beispielsweise ein lauter Knall ein Tier so erschrecken, dass es versucht, aus einem Stall zu flüchten und dabei durch Tritte die Stalltür beschädigt. Genauso kann es vorkommen, dass ein Pferd von einem Insekt gestochen und daraufhin so unruhig wird, dass es in einer gemieteten Pferdebox die Tränke beschädigt oder komplett abreißt.

Ein Pferd, das in einem geliehenen Pferdeanhänger aufgrund einer tierbezogenen Krankheit (wie zum Beispiel Kolik) in eine Tierklinik gebracht werden muss, könnte sich vor Schmerzen hinwerfen und einen Schaden an dem Anhänger verursachen.

Doch auch gesunde Tiere haben oft Probleme damit, in einen Transportanhänger zu steigen. Ab und zu können sie unruhig werden, wenn sie in einem Doppelanhänger alleine transportiert werden. In diesen Fällen kann zum Beispiel beim Einstieg ein Türscharnier beschädigt werden oder das Tier knabbert die Polsterung in dem geliehenen oder gemieteten Anhänger an. Diese Schädigungen übernimmt die Pferdeversicherung mit dem Einschluss von Mietsachschäden, wobei gegebenenfalls eine vereinbarte Selbstbeteiligung von der Entschädigungssumme abgezogen wird.

Ist die Pferdeversicherung steuerlich absetzbar?

Wer ein Pferd hält, muss mit diversen Kosten rechnen. Neben Stallmiete, Futterkosten, Tierarztrechnungen und Aufwendungen für Reitzubehör gehören bei vielen Pferdebesitzern auch die Beiträge für eine Pferdehaftpflichtversicherung dazu. Wie viele andere Versicherungen ist auch die Pferdeversicherung steuerlich absetzbar. Dabei unterscheidet die Gesetzgebung zwischen privater und gewerblicher Pferdehaltung.

Durch die Pferdeversicherung, die verschiedene Risikobereiche und Schadensfälle absichert, schützt sich der Pferdehalter im Extremfall vor einer privaten Insolvenz. Ohne die Versicherung haftet sonst jeder Besitzer eines Pferdes oder Ponys mit seinem gesamten Vermögen für verursachte Schäden.

Absetzbarkeit bei privater Pferdehaltung

Die Pferdehaftpflichtversicherung eines privaten Pferdehalters gilt in der Steuererklärung als sogenannte begünstigte Vorsorgeaufwendung. Der Gesetzgeber honoriert, dass der Steuerpflichtige sich und seine Familie gegen allgemeine Lebensrisiken absichert. In diesem Fall zum Beispiel gegen die Schadensersatzansprüche gegen den Besitzer, wenn ein Pferd von der Koppel ausbricht und bei der Flucht fremde Autos oder Gartenzäune beschädigt.

Die begünstigten Vorsorgeaufwendungen können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Der Höchstbetrag für sämtliche Sonderausgaben liegt für Angestellte und Beamte bei 1.900,- Euro pro Jahr. Freiberufler und Selbstständige können jährlich bis zu 2.800,- Euro in der Steuererklärung geltend machen.

Pferdebesitzer, die den für sie gültigen Höchstbetrag noch nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung, private Haftpflichtversicherung oder Krankenversicherung ausgeschöpft haben, können die Rechnung für die Pferdehaftpflichtversicherung mit der Steuererklärung bei dem Finanzamt einreichen.

Absetzbarkeit für gewerbliche Tierhalter

Wer gewerblich Pferde hält, zum Beispiel als Betreiber eines Ponyhofes oder einer Reitschule, kann die Kosten für die Pferdeversicherung ebenfalls von der Steuer absetzen. Die steuerliche Absetzbarkeit gilt auch für landwirtschaftlich genutzte Tiere.

Anders als bei einem privaten Pferdebesitzer erkennt das Finanzamt bei gewerblicher Pferdehaltung die Versicherungsbeiträge für die Pferdehaftpflichtversicherung in voller Höhe an. Einen Höchstbetrag gibt es für Gewerbetreibende nicht. Der Versicherungsbeitrag mindert den Gewinn des Gewerbebetriebes, wodurch der Steuerpflichtige weniger Steuern zu zahlen hat. Die meisten Versicherungsgesellschaften schreiben auf die Beitragsrechnung, dass das Rechnungsformular gleichzeitig als Nachweis für das Finanzamt dient.

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