18,6 % Beitragssatz (2023)
67 Jahre Regelaltersgrenze
40,79 € Wert eines Rentenpunkts
5 Jahre Mindestwartezeit

Was ist eine Rentenversicherung?

Eine Rentenversicherung ist eine Vorsorgeversicherung, die versicherten Personen im Alter ein konstantes Einkommen garantiert. Erwerbstätige zahlen monatlich einen bestimmten Beitrag ein und erhalten mit Eintritt in das Rentenalter eine monatliche Rente. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Art der Versicherung und den eingezahlten Beiträgen ab. Mehr dazu finden Sie in unseren Ratgebern zur Lebensversicherung und zur Pflegeversicherung.

Grundsätzlich wird zwischen der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherung unterschieden. Die gesetzliche Rente wird von der Deutschen Rentenversicherung ausgezahlt, die private vom jeweiligen Versicherungsunternehmen. Beispiele für private Rentenversicherungen sind:

  • Basisrente (auch: Rürup-Rente);
  • Riester-Rente;
  • Betriebliche Altersvorsorge.

Wie funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine der fünf Sozialversicherungen in Deutschland und somit für den Großteil der Menschen Pflicht. Versicherungspflichtig Beschäftigte — also Personen mit einem monatlichen Gehalt über 450 € — müssen monatliche Beiträge zahlen. Ausgenommen hiervon sind Beamte, Selbstständige und Personen, deren Jahresgehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet (Stand 2023: 66.600 €).

Träger der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Deutsche Rentenversicherung. Diese fasst insgesamt 16 Rentenkassen zusammen, die entweder regionsübergreifend oder bundesweit zuständig sind. Welche Rentenkasse für Sie zuständig ist, erfahren Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Versicherte haben bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen Anspruch auf eine Rente. Grundsätzlich gilt, dass eine Wartezeit von mindestens 5 Jahren erfüllt werden muss.

Rentenarten und Voraussetzungen
Rentenart Definition Weitere Voraussetzungen
Altersrente Einkommen im Alter Wartezeit ≥ 5 Jahre; Rentenalter erreicht
Hinterbliebenenrente Einkommen bei Tod des/der Partners/in Wartezeit ≥ 5 Jahre; keine neue Heirat
Erwerbsminderungsrente Einkommen bei Erwerbsunfähigkeit Wartezeit ≥ 5 Jahre; Arbeit nicht mehr möglich

Rentenhöhe – Wie viel Geld gibt es?

Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt von den sogenannten Rentenpunkten ab. Diese sammeln Versicherte im Laufe ihrer Berufskarriere automatisch an. Die Formel: eigenes Bruttojahresgehalt geteilt durch das Durchschnittsgehalt in Deutschland ergibt die jährlichen Rentenpunkte.

Wert eines Rentenpunkts (Stand 2023)

Ein Rentenpunkt ist seit Juli 2025 40,79 € wert (West und Ost seit 2024 angeglichen). Beispiel: Eine Person mit 40 Rentenpunkten erhält 1.631,60 € monatliche Rente. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung liegt 2025 bei 96.600 € — darüber hinausgehendes Gehalt wird nicht berücksichtigt.

Rente beantragen – Wie geht das?

Personen, die die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen, können bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag auf ihre Rente stellen. Hierfür sind folgende Schritte nötig:

1 Rentenkonto klären (alle Zeiten vollständig erfasst?).
2 Rentenantrag besorgen — das Rentenantragsformular ist online verfügbar.
3 Rentenantrag stellen (ca. 3 Monate vor gewünschtem Rentenbeginn).
4 Rentenbescheid prüfen und bei Bedarf Widerspruch einlegen.

Wie funktioniert die private Rentenversicherung?

Für viele Menschen reicht die gesetzliche Rente nicht zum Leben aus. Daher entscheiden sich immer mehr Personen für eine private Rentenversicherung. Auch Selbstständige, die nicht pflichtversichert sind, investieren in der Regel in eine private Absicherung.

Das System ist ähnlich aufgebaut wie das gesetzliche, allerdings können Versicherte in der Regel frei entscheiden, wie viel sie einzahlen und wie hoch die spätere Rente sein soll.

Riester-Rente

Für Angestellte geeignet
  • Staatlich geförderte private Rentenversicherung
  • Mind. 4 % des Jahreseinkommens (max. 2.100 €)
  • Grundzulage + Kinderzulage + Berufseinsteigerbonus
  • Auszahlung als lebenslange Rente, Teilauszahlung oder Einmalzahlung

Basisrente (Rürup-Rente)

Für Selbstständige geeignet
  • Private Rentenversicherung mit Steuervorteilen
  • Beiträge steuerlich absetzbar (max. 20.000 €/Jahr)
  • Ausschließlich als lebenslange Rente auszahlbar
  • Mehr dazu: Basisrente steuerlich absetzen

Gut zu wissen

Da Rentner meist geringere Steuern zahlen als Erwerbstätige, überwiegen bei der Basisrente in der Regel die Steuerersparnisse in der Ansparphase gegenüber der späteren Besteuerung der Rente.

Gesetzliche vs. Private Rentenversicherung im Überblick

Die wichtigsten Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Rentenversicherung auf einen Blick:

Vergleich gesetzliche und private Rentenversicherung
Kriterium Gesetzlich Privat
Pflicht Ja (für Arbeitnehmer) Freiwillig
Beiträge 18,6 % des Bruttolohns (je Hälfte AG/AN) Frei wählbar (nach Tarif)
Rendite Umlageverfahren (keine Kapitalanlage) Kapitaldeckungsverfahren
Steuerliche Förderung Beiträge absetzbar Riester-Zulagen / Rürup-Absetzbarkeit
Auszahlung Monatliche Rente ab Rentenalter Je nach Vertrag (Rente, Einmalzahlung, Kombination)
Vererbbarkeit Nur Hinterbliebenenrente Je nach Tarif vererbbar

Vorteile und Nachteile der Rentenversicherungsmodelle

Beide Systeme haben Stärken und Schwächen. Die Wahl hängt von Ihrer beruflichen Situation, Ihrem Einkommen und Ihren Sparzielen ab.

Gesetzliche Rentenversicherung

Vorteile
  • Garantierte lebenslange Rente
  • Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Beiträge
  • Keine Gesundheitsprüfung
  • Dynamisierung: Renten steigen mit den Löhnen
  • Hinterbliebenenrente für Partner und Kinder
Nachteile
  • Rente reicht oft nicht zum Leben (Altersarmut)
  • Kein Kapital, das vererbt werden kann
  • Umlageverfahren abhängig von Demografie
  • Kein Mitspracherecht bei der Anlage
  • Starre Voraussetzungen (Wartezeit, Rentenalter)

Private Rentenversicherung

Vorteile
  • Individuelle Beitragshöhe frei wählbar
  • Staatliche Förderung (Riester/Rürup)
  • Steuervorteile in der Ansparphase
  • Je nach Tarif vererbbar
  • Unabhängig von der Demografie
Nachteile
  • Anlagerisiko trägt der Versicherte
  • Hohe Verwaltungskosten möglich
  • Förderung bei Beitragspause gefährdet
  • Basisrente nicht als Einmalzahlung verfügbar
  • Komplexe Produktlandschaft

Was passiert, wenn Beiträge nicht mehr gezahlt werden können?

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung werden die Beiträge automatisch vom Gehalt abgezogen. Solange eine Person versicherungspflichtig beschäftigt ist, werden die Beiträge stets ohne eigenes Zutun bezahlt.

Da es sich bei der privaten Rentenversicherung um eine freiwillige Versicherung handelt, gelten andere Regeln. Bei der Riester-Rente entfällt beispielsweise der Anspruch auf die staatliche Förderung — die Person erhält einen Teil des angesparten Geldes zurück, jedoch nicht den gesamten Betrag.

Wichtig

Informieren Sie sich vor Abschluss einer privaten Rentenversicherung genau über die Konsequenzen, falls Sie die Beiträge in Zukunft nicht mehr zahlen können. Die Bedingungen variieren je nach Versicherungsart und Anbieter.

Häufig gestellte Fragen über die Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Pflichtversicherung für Arbeitnehmer, die auf dem Umlageverfahren basiert — aktuelle Beiträge finanzieren aktuelle Renten. Die private Rentenversicherung ist freiwillig und basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren — Ihre Beiträge werden angelegt und verzinst.

Die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente hängt von Ihren Rentenpunkten ab. Ein Rentenpunkt ist seit Juli 2025 40,79 € wert (West/Ost angeglichen). Ihre individuelle Rente können Sie mit dem Rentenrechner berechnen oder der jährlichen Renteninformation entnehmen.

Die Regelaltersgrenze liegt bei 67 Jahren (für ab 1964 Geborene). Bei 45 Beitragsjahren ist ein früherer Eintritt mit 63 Jahren möglich (ohne Abzüge). Für jeden Monat vorzeitigen Renteneintritts werden 0,3 % Abschlag berechnet.

Die Riester-Rente eignet sich besonders für Angestellte und Familien mit Kindern (Kinderzulage). Die Basisrente (Rürup-Rente) ist vor allem für Selbstständige und Gutverdiener attraktiv, da die Beiträge steuerlich absetzbar sind. Mehr dazu: Basisrente steuerlich absetzen.

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld I zahlt die Agentur für Arbeit weiterhin Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Bei Arbeitslosengeld II (Bürgergeld) werden seit 2023 keine Rentenbeiträge mehr gezahlt — diese Zeiten werden als Anrechnungszeiten berücksichtigt.

Ja, eine Kündigung ist grundsätzlich möglich. Allerdings entfällt bei der Riester-Rente der Anspruch auf staatliche Zulagen und Steuervorteile — diese müssen zurückgezahlt werden. Bei der Basisrente ist eine Kündigung nicht vorgesehen; Sie können den Vertrag lediglich beitragsfrei stellen.

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