Krankenversicherung wechseln – Fristen und rechtliche Regelungen

Hin und wieder ändert sich die Mindestlaufzeit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder die Kündigungsfrist bei einem Wechsel der Krankenkasse. Dennoch ist der Krankenkassenwechsel mittlerweile viel einfacher als früher.

Schwierig wird es hingegen, wenn sie von der privaten Krankenversicherung (PKV) wieder zurück in die gesetzliche Krankenkasse wechseln möchten. Dabei kommt es manchmal zu Problemen, die Sie als Laie nicht alleine lösen können.

Genauso wie der Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung, den Sie aufgrund der bedeutenden Unterschiede niemals ohne vorherige Beratung realisieren sollten. Lassen Sie sich deshalb beraten und vergleichen Sie die Vor- und Nachteile der PKV:

1. Wechsel von GKV zu GKV

Wer die gesetzliche Krankenversicherung wechseln möchte, muss bestimmte gesetzliche Richtlinien einhalten. Der Wechsel Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ist zum Beispiel erst möglich, nachdem Sie mindestens 12 Monate bei Ihrer aktuellen Krankenkasse versichert waren.

Wie läuft der GKV-Wechsel ab?

Haben Sie diese Mindestlaufzeit erfüllt, dürfen Sie mit einer Frist von zwei Monaten in eine andere gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Sie müssen Ihre alte Krankenversicherung aber nicht extra kündigen, da Ihre neue Krankenkasse Ihre alte Krankenkasse informiert und so der Wechsel wirksam ist.

Damit Sie bei der neuen Krankenkasse aufgenommen werden, müssen Sie einfach einen Mitgliedsantrag ausfüllen. Möchten Sie Ihre Familie in den Versicherungsschutz mit einschließen, dann gibt es meist einen Fragebogen zur beitragsfreien Familienversicherung, den Sie entsprechend mitschicken müssen.

Wann lohnt sich ein Krankenkassenwechsel?

Bei einem Krankenkassenwechsel haben Sie den Vorteil, dass Sie zum einen Ihre Leistungen verbessern und zum anderen die Beiträge senken können. Manche Krankenkassen verlangen von den Versicherten nämlich einen Zusatzbeitrag, der von jedem Mitglied zu bezahlen ist. Bei einem Vergleich der gesetzlichen Krankenversicherungen suchen Sie sich einfach die Krankenkasse heraus, die diesen Zusatzbeitrag nicht oder nur in einem geringen Umfang erhebt.

Obwohl ein Großteil der Kassenleistungen gesetzlich geregelt ist, können Sie manche Leistungen durch einen Wechsel zusätzlich mit einschließen. Welche Leistungen je nach Krankenkasse versichert sind, können Sie in dem Vergleich übersichtlich gegenüberstellen:

2. Wechsel von GKV zu PKV

Für bestimmte Personenkreise besteht die Möglichkeit von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung zu wechseln. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, die von dem Gesetzgeber auferlegt sind. Für freiwillige Mitglieder in der GKV besteht hier eine normale Kündigungsfrist von zwei Monaten. Ist die Frist erfüllt, dürfen Sie direkt in die private Krankenversicherung wechseln.

Bei einem Statuswechsel entfällt diese Frist und die Kündigung ist auch noch innerhalb von 14 Tagen nach dem Berufswechsel sofort wirksam. Ein Statuswechsel liegt zum Beispiel vor, wenn sich ein Angestellter selbstständig macht und damit in der GKV nicht mehr pflichtversichert ist. Für dieses besondere Ereignis helfen wir Ihnen eine gute und günstige PKV zu finden. Dabei berücksichtigen wir rechtliche Fallstricke und unterstützen Sie bei der Kündigung Ihrer alten Krankenversicherung. Fordern Sie im ersten Schritt erst mal hier einen PKV-Vergleich an.

Die private Krankenversicherung steht jedem Selbstständigen und Freiberufler zur Verfügung. Sie haben die Wahl in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben oder in die PKV zu gehen. Haben Sie als Selbstständiger ein besonders hohes Einkommen, ist im Regelfall der Beitrag in der privaten Krankenversicherung günstiger. Wenn Sie über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, zahlen Sie nämlich den maximalen Versicherungsbeitrag in der GKV. Bei einem besonders geringen Einkommen sind die gesetzlichen Krankenkassen jedoch meist günstiger.

Angestellte können in die private Krankenversicherung wechseln, wenn das jährliche Bruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat.

Beamte und beihilfeberechtigte Personen müssen nur die restlichen Krankheitskosten mit einer Krankenversicherung absichern. Die private Krankenversicherung bietet hier kostengünstige Tarife an, die für die verschiedenen Beihilfegruppen angeboten werden. Beamte können bei Berufsbeginn sofort in die PKV wechseln.

3. Wechsel von PKV zu GKV

Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist etwas schwieriger. Hierbei wurden verschiedene Gesetze auferlegt, um die Kunden in der privaten Krankenversicherung zu binden. Die Bundesregierung möchte dadurch verhindern, dass versicherte Personen in jungen Jahren zu einem günstigen Versicherungsbeitrag in die private Krankenversicherung gelockt werden und später, wenn im Alter höhere Krankheitskosten anfallen, wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

Ein Punkt bereits vorab: Sobald Sie das 55. Lebensjahr überschritten haben, ist ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung fast unmöglich. Wenn Sie zum Beispiel innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens zweieinhalb Jahre gesetzlich versichert waren, können Sie noch unter den folgenden Bedingungen zurückwechseln.

Als Selbstständiger zurück in die GKV

Am einfachsten ist der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige. Viele Selbstständige gehen oft in die private Krankenversicherung. Wenn sie sich später hingegen doch für die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten den Wechsel durchzuführen. Selbstständige haben zum Beispiel die Möglichkeit, einfach ihr Gewerbe abzumelden und zurück in ein Angestelltenverhältnis zu gehen.

Als selbstständiger Geschäftsführer eines Unternehmens können Sie auch prüfen, ob Sie mit sich selber einen Angestelltenvertrag vereinbaren können. Als Angestellter sind Sie verpflichtet sich in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern, sofern Sie nicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen. Beachten Sie dabei aber, dass geschäftsführende Gesellschafter oft weiterhin von der Versicherungspflicht in der GKV befreit sind und sich somit weiter privat versichern müssen. Also selbst dann, wenn Sie Angestellter der eigenen GmbH werden.

Als Angestellter zurück in die GKV

Für Angestellte, die in die private Krankenversicherung gewechselt sind, ist der Wechsel etwas schwieriger. Es ist jedoch auch hier möglich, dass Sie zurück in die GKV kommen. Wenn das jährliche Bruttoeinkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fällt, werden Sie automatisch wieder versicherungspflichtig und können in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Sofern Sie sich jedoch bereits vorher einmal von der Versicherungspflicht in der GKV befreit haben und privat versichert geblieben sind, nachdem Sie unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze gefallen sind, so ist der Wechsel nahezu unmöglich.

Daneben gibt es immer eine Wechselmöglichkeit, wenn Sie arbeitslos werden. Bei einer Arbeitslosigkeit werden Sie zunächst wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung angemeldet. Ist die Arbeitslosigkeit geringer als zwölf Monate, sollten Sie sich überlegen, ob Sie wieder zurück in die private Krankenversicherung gehen möchten und gegebenenfalls eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Überschreiten Sie die Jahresarbeitsentgeltgrenze innerhalb der zwölf Monate, sind Sie wieder dazu verpflichtet, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Sind Sie länger als ein Jahr arbeitslos, bleiben Sie vorerst in der GKV versichert.

Ist ein Austritt aus der PKV sinnvoll?

Bevor Sie den Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung vollziehen möchten, sollten Sie sich die Frage stellen, warum Sie genau die private Krankenversicherung wieder verlassen möchten und unter Berücksichtigung Ihrer Gründe eine Entscheidung treffen.

Was tun bei zu hohen Beiträgen?

Viele privatversicherte Personen machen sich Sorgen aufgrund der steigenden Versicherungsbeiträge. Wenn Sie schon mehrere Jahre bei einer privaten Krankenversicherung versichert waren, kann es vorkommen, dass die Beiträge in der Vergangenheit stark angehoben wurden. Besonders bei einer schlechten Beitragsentwicklung ist es schwer den Beitrag im Alter noch zu zahlen.

Sollte zum Beispiel der Krankenversicherungsbeitrag im Rentenalter nicht mehr bezahlbar sein, sollten Sie zuallererst ihre private Krankenversicherung kontaktieren. Bei einer langjährigen Laufzeit können die meisten Krankenversicherungen erhebliche Nachlässe anbieten, da der Versicherungsnehmer über diesen Zeitraum jeden Monat Alterungsrückstellungen angesammelt hat. Das Vermögen kann dann für die Reduzierung des Versicherungsbeitrags genutzt werden.

Zusätzlich können Sie prüfen, ob die private Krankenversicherung einen sogenannten Beitragsentlastungstarif enthält. Dieser Tarif hat im Laufe der Jahre neben den Alterungsrückstellungen zusätzlich Geld angespart, dass Sie für die Beitragsentlastung im Alter verwenden können.

Macht eine Leistungskürzung Sinn?

Weiterhin haben Sie die Möglichkeit die Leistungen zu verringern. Oftmals bieten die Krankenversicherungen neue günstigere Tarife oder den Basistarif an. Eine solche Umstellung ist meist noch effektiver als die alleinige Verwendung der Alterungsrückstellungen.

Neben der möglichen Kosten für die Krankenversicherung gibt es noch einen anderen Aspekt. Ein Großteil der Privatversicherten geht hauptsächlich wegen der Leistungsverbesserung in die private Krankenversicherung. Wenn Sie nun wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, geht auch der Anspruch auf diese Leistungen verloren. Sie können zwar neben der GKV eine private Krankenzusatzversicherung abschließen, allerdings müssen Sie hierbei bedenken, dass dafür auch Kosten entstehen. Ob sich der Wechsel dann lohnt, müssen Sie individuell berechnen lassen.

4. Wechsel von PKV zu PKV

Der Krankenversicherungswechsel von einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen ist relativ einfach. Dafür müssen Sie lediglich eine Kündigungsfrist von 3 Monaten einhalten. Ihr Kündigungsschreiben muss spätestens bis Ende September bei der Versicherungsgesellschaft eingegangen sein. Der Wechsel zu der anderen PKV ist dann zum 01.01. des nächsten Jahres möglich. Ausnahmen gibt es bei einer Beitragserhöhung oder bei anderen Anpassungen des Vertrages.

Aber Achtung: Manche Krankenversicherungen haben mitten im Jahr den Kündigungszeitpunkt. Dadurch kann es sein, dass Sie die Versicherung in einem anderen Monat kündigen müssen.

Die angesammelten Alterungsrückstellungen können bei einem PKV-Wechsel mit übertragen werden. Die neue Krankenversicherung berücksichtigt diese dann bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags.

Persönlicher Vergleich für die private Krankenversicherung!